
Schöner Einblick in die Karriere Anna Netrebkos - Dieses Buch ist nicht schlecht.Es gibt einen schönen Einblick in das Leben der Anna Netrebko, analysiert dabei aber überwiegend deren Karriere, zu ihrem Leben erfährt man nicht allzu viel (Allerdings ist es ja auch ein Porträt und keine Biographie wie die Autorin sehr betont). Als positiv empfinde ich auf jeden Fall die Bilder, v.a. im ersten Teil, der 3-4 Kindheitsbilder beinhaltet und auch endlich mal eins mit ihrem Lebensgefährten!!! Die Bilder sind überwiegend unbekannter nehme ich an (außer denen von ihren CDs) und auch von Opernproduktionen. Weiterhin ist das Design sehr ansprechend und schön gestaltet. Auch sehr interessant finde ich die Zitate von vielen Kritiken zu ihren Auftritten und auch von vielen Freunden., die sehr umfangreich sind. Dabei werden sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte der Netrebko beleuchtet.Es hat hinten einen Anhang, der ein Verzeichnis der Auszeichnungen, des Repertoires, der Gastspiele und CDs und DVDs enthält, wobei letztere nicht sehr komplett sind. (Da weiß ich als Fan wesentlich mehr Aufnahmen als in diesem Buch stehen)Als eher negativ empfinde ich den etwas wirren Stil, in dem das Buch geschrieben ist, es ist nicht nach Jahren gegliedert sondern springt immer wieder zwischen den verschiedenen Stationen hin und her. Das ist vor allem deswegen verwirrend, weil man so oft nicht weiß, ob die Autorin jetzt von den Jahren nach der vorher beschriebenen Station schreibt oder der derzeitigen Situation, also jetzt 2007.Außerdem ist die Liste der Auszeichnungen und Preise nicht ganz vollständig.Insgesamt ein interessantes Buch, aber es hätte etwas genauer geschrieben werden können, aber die Bilder allein sind schon sehr interessant.Für Fans auf jeden Fall zu empfehlen, trotzdem nur 3-4 Sterne.
Läppisch - Meine Erwartungen waren schon nicht besonders hoch, denn was will man über eine 33-jährige schreiben, die erst seit wenigen Jahren bekannt ist? Aus gutem Grund erscheinen die meisten Biographien am Ende des Lebens, wenn sich Anekdoten angehäuft haben und ein Fazit gezogen werden kann.Doch dieses Porträit liefert noch viel weniger als die ohnehin wenig aufregende Jugendzeit der Netrebko. Es liefert genau genommen nur das, was die Sängerin verbreitet haben möchte - und das ist kaum etwas: Über die Jugend in der Familie mag sie nicht sprechen, erfährt man, nein, nicht einmal den Namen der Mutter preisgeben (!). Liebesaffairen? Nichts bekannt. An was glaubt die Sängerin? Sagt sie nicht. Meinungen von Nachbarn und Freunden? Fehlanzeige. Wahrscheinlich war Reißinger der Recherche-Aufwand zu groß.Stattdessen gibt`s, was sich jeder auch aus dem Fernsehen und dem Internet besorgen könnte: Sie bewirbt sich mit 16 in Petersburg, singt mal hier, mal da und Krasnodar, ihre Heimatstadt, ist schön. Hinzu gibts ein paar banale Zitate: Ihre Familie habe sie immer unterstützt, verrät die Diva. Als kleines Mädchen habe sie von einem Prinzen geträumt (wie außergewöhnlich) und immer gerne gesungen. Ach ja, und bei den Pionieren war sie als Mädchen auch. Soll zu dieser Zeit im Ostblock ja vorgekommen sein.
schade ums papier - Diese Biographie war reine Zeitverschwendung - sehr oberflächlich und zudem auch unübersichtlich. Überdies besteht das Buch zum Großteil aus teils ellenlangen Zitaten (Kritiken und Artikel), die sich oft über mehrere Seiten hinweg ausbreiten - man weiß meist gar nicht mehr, wo ein Zitat begonnen hat.Mit diesen langen Passagen und auch mit ins Detail gehenden Inhaltsangaben und Figurenbeschreibungen der für Netrebko relevanten Opern versucht die Autorin ihre noch leeren Seiten aufzufüllen - vielleicht hätte man von einer Biographie doch eher die Finger lassen sollen, wenn sich zur person Anna Netrebko nichts sagen lässt. Das Bild was sich einem präsentiert ist jedenfalls ein sehr distantes - man hat als Leser mit Sicherheit nicht das Gefühl, dass sich die Autorin in langen Gesprächen mit Anna Netrebko (so wie dies in der Danksagung geschrieben steht) ihr Wissen (?) über die Sängerin aneignete. Schade ums Papier!
Ein harmonisches Gleichgewicht - Es ist ein klassisches Porträt über Anna Netrebko. Marianne Reissinger beschreibt sie distanziert und künstlerisch zugleich. Sie nimmt uns mit auf eine musikalische Reise, die sich an dem Werdegang von Anna Netrebko orientiert. Man erfährt mehr über die Rollen die sie spielt und bezieht Stellung zu der Person. Dabei dringt sie nicht tief genug ein, sondern bleibt an der Oberfläche hängen. Sie beschreibt das Umfeld mit der gleichen Intensität wie ihre Laufbahn, so wahrt sie den Abstand zu der Person. Sie konzentriert sich auf Valery Gergiev, den Chef des Mariinsky Theaters, die Eroberung Salzburgs und die Aufrechterhaltung ihres Images. Marianne Reissinger webt Anna Netrebko in ihre Rolle und in die Opernwelt ein. Dies macht es zu einem Porträt, das seine Anhänger finden wird. Das Buch schließt mit einem schönen Vergleich zwischen La Netrebko und La Traviata. Es rundet das Bild ab und lässt Raum für weitere Annäherungen.
Wunderbares Weihnachtsgeschenk - Eine gute Bekannte von mir, Frau Sommer, hat mich gebeten, hier allen Netrebko-Fans ihre Meinung über das Buch von Marianne Reißinger zu sagen: Das Porträt der Anna Netrebko ist ein wunderbares, informatives Buch. Es hat Spaß gemacht, es zu lesen. Und man erfährt viel über die Künstlerin, ohne dass es voyeuristisch wird. Herrlich! Das ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für alle, die Musik lieben.