Oper : Der große Bagarozy

Der große Bagarozy

EUR 4,00


Krausser schreibt ganz großartig - Ich liebe diese wirren Geschichten, die den mentalen Film mit der ersten Seite ankurbeln und bis zur letzten Seite nicht abklingen lassen. Auf Helmut Krausser wurde ich vor Jahren durch eine Literaturzeitschrift aufmerksam und in der Folge las ich einige Bücher von ihm. Krausser schreibt wunderbar unbeschwert, geradlinig, so, wie sich s für diese Zeit gehört, also durchaus auch deftig und sehr direkt.Ein amüsantes Buch, das ich sicher immer wieder in die Hände nehmen werde.

Nicht besonders - Ich habe dieses Buch im Deutschubnterricht in der 10. Klasse gelesen und fand es schlichtweg schlecht. Das Einzige, was daran interessant war, waren die Todesanzeigen, die auch das Ende ganz nett gestalten, aber der Rest des Buches ist ein Durcheinander von so viel unrealistischen Handlungen, dass es mich schon ein bisschen an Science Fiction erinnert. Die Hauptcharaktere sind alle unsympatisch und man kann sich in keinen hineinversetzen. Vom Schreibstil her ist es weder schlecht noch besonders kunstvoll. Es liest sich eben, macht aber keinen Spaß.

mein erster krausser - ..und ich bin überzeugt. Mir wurde dieses Buch und weiter von Helmut Krausser von einem Bekannten empfohlen. etwas skeptisch, da ich eher japanische und englische autoren bevorzuge, habe ich mich dann doch rangewagt. und wurde überzeugt. so dass ich gleich noch U.C. verschlungen habe, was mich sogar noch mehr begeisterte.

Gott und Teufel - Sehr spannend geschrieben und lässt viele Fragen offen. Ist Nagy nun tatsächlich der Teufel oder nicht, ist die Psychiaterin dann Gott oder nicht? Die Biographie der Callas dient als Sujet für eine Spielerei mythischer Gestalten, die auf schlichte Menschen prallen. So wie der Norbert der Ehemann, gefangen in diesem Diskurs und seines Untergangs immer bewusst. Zwei Menschen imaginieren sich Gott und Teufel zu sein, so stark, dass sie es werden könnten, wenn sie es nicht schon sind. Man müsste in den Tagebüchern dazu nachlesen. Der Wille der Frau sich in den Mann sexuell zu verlieben, verlieren, ist dann natürlich überzogen, doch wann ist diese Frau eine Frau?

Eine Lobpreisung auf die unvergessliche Callas - Man muß nicht unbedingt ein Callas-Fan sein, um dieses Buch zu mögen, aber es ist in jedem Fall hilfreich. Helmut Krausser hat mit seinem Roman Der große Bagarozy ein kleines Denkmal für die von ihm augenscheinlich verehrte Diva geschaffen. Eingebettet ist dieses Denkmal in die Geschichte um die frustrierte Psychiaterin Cora, deren berufliche Perspektiven kollabieren und deren Ehe mit dem Steuerberater Robert zu ihrem Unwillen nur noch dahinplätschert. Da taucht unerwartet ein unscheinbarer Mann mit Namen Stanislaus Nagy in ihrer Praxis auf und will von ihr behandelt werden. Er behauptet der Teufel zu sein und mit seiner Schuld am Untergang des Ruhmes von Maria Callas, die er unsagbar geliebt und verehrt hat, nicht mehr leben zu können. Nagy beginnt zu erzählen, wie er die Callas unbemerkt unterstützte, mit Gott um ihre Gunst buhlte und wie er sie am Ende fallen lies. Cora, die den Mann natürlich für völlig übergeschnappt hält, beginnt langsam einen Zugang zu Nagy zu finden und gleichsam wieder einen Sinn in ihrer Arbeit und ihrem Leben. Aber natürlich läßt sich niemand mit dem Teufel ein, ohne dafür etwas bezahlen zu müssen... Kraussers Roman sprüht schier über vor Ideenreichtum und man merkt ihm den Spaß, den er beim Erbauen dieses Maria-Callas-Denkmals gehabt haben muß, bei jeder Silbe an. Die Sprache ist facettenreich und im gesamten Buch fällt mir keine ungelungene Stelle ein. Besonders hervorzuheben ist wohl die Pudelgeschichte und der ungewöhnliche Fundort des toten weißen Pudels. Schon auf dem Umschlag erfahren wir, daß Gott der weiße und der Teufel der schwarze Pudel der Callas war. Nagy hat den weißen verschwinden lassen und im Laufe des Roman taucht er natürlich auf. Der Fundort zeigt wiedermal eine Portion des morbiden Humors, zudem Krausser in seinen anderen Werken (zB Thanatos)schon fähig war. Die Geschichte hat wundervoll komponierte Wendungen, plausible Auflösungen und vielleicht nur den einzigen Fehler, daß sie viel zu schnell zu Ende ist.cg (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)




Der große Bagarozy