
Alle 26 - Die meisten Opern Verdis sind unbekannt und werden auch kaum gespielt.Da ist es hilfreich, einen Opernführer zu haben, der alle 26 Werke von Verdi vorstellt. Stiffelio, Attila, Alzira, Masnadieri,Schlacht von Legnano,Oberto sind gar nicht bekannt, sizilianische Vesper und auch Simon Boccanegra weniger.Interessant, dass die ernstgenannten auch kaum auf italienischen Bühnen auftauchen und wenn ja, dann eher in der Provinz.Verdienstvoll also, dass die Opern vorgestellt werden, reich bebildert mit Scenen aus Aufführungen oder mindestens Skizzen für Bühnenbilder, wesentlichen Musikern, vor allem Sängern, die mit dieser Oper besonders in Erscheinung getreten sind, wie etwa Domingo mit dem Otello oder Pavarotti mit dem Herzog aus Rigoletto.Die bekannteren Opern sind jeweils mit Analysen italienischer Musikwissenschaftler versehen, die einem das Verständnis des Werkes auf einer tieferen Ebene ermöglichen.Es kommt eine Diskographie hinzu. Immerhin gibt es selbst für il giorno di regno eine Aufnahme. Für die bekannten Opern wird auf Dutzende von Aufnahmen hingewiesen. Es wäre angesichts der Überfülle sicher hilfreich gewesen, Empfehlungen auszusprechen, die natürlich subjektiv sind, aber doch Hinweise im unübersichtlichen Angebot geben. Darauf wurde hier verzichtet. Am besten wären Hinweise auf Aufnahmen gewesen, die auch leicht zu erwerben sind und nicht wie im Opernführer von Csampai und Holland überwiegend historische Aufnahme von labels, die man gar nicht kennt. Hier also fehlen sie komplett. Dies soll aber nicht zu einem Punktabzug führen.Es handelt um informative, gut anzuschauende 230 Seiten.Viva Verdi.