Oper : Die Zauberflöte

Die Zauberflöte

EUR 2,60


Ein Prinz. Mehr noch - ein Mensch! (hier: reclam Ausgabe) - ...lass dich wiederum einweihen und folge frohen Muts der Eingebung der Götter! (Apuleius, Der goldene Esel, 11. Buch)Nicht ohne Hintergrund ist mit Apuleius zu beginnen, steuerte doch er mit seiner Isis und Osiris und den traumgewandelten Überredungen einen Teil bei, der zwischen dem elfenhaften Sommernachts-Traum Shakespeares und idealer oder mystischer Wirklichkeit pendelt. An Wielands Oberon erinnernd ist es Mozarts (1756-1791) / Schikaneders (1751-1812) Anliegen, die höhere Menschlichkeit zu entfalten und auf die natürliche Sittlichkeit hinzuarbeiten. Ganz im Sinne der Tradition werden ideale Forderung und skeptische Einsicht im phantastischen Spiel mit den Unzulänglichkeiten der Menschen verbunden und letztendlich auf höherer, fast göttlicher Ebene wieder gelöst. Schikaneder lässt deutlich Wielands Einfluss zu. Der Kampf ums Gute gegen das Böse, dieser archetypische Mythos von Isis (Weisheit) und Osiris (Gerechtigkeit), in Lessings Nathan oder formvollendet in Goethes Iphigenie 1779 gezeigt, kommt auch im Lichte der Aufklärung 1791 in der Zauberflöte unter Leitung Mozarts als Uraufführung zum Tragen und machte Mozart im Todesjahr wie das begeisterte Publikum zu glücklichen Menschen.Der hellenistische Einfluss gleich zu Anfang, Würd ich mein Herz der Liebe weihn, / So müsst es dieser Jüngling sein konnten die drei Damen nur sagen, als sie den vor einer Schlange in Ohnmacht (Traum) gefallen Jüngling retteten. Dieser Schlange, Symbol des Traumes und der Verwandlung, gilt es zu entgehen und so konnte Tamino nur die Götter um Hilfe rufen. Im Blick nun die spiegelbildliche Verfremdung in Vorstellung und Traum gegenüber der vernunftbetonten Wirklichkeit. Das Spiel, der Gesang in freudigen und ängstlichen Liedern ist ein Singspiel wie von den Bänkelsängern und aus dem Volksliedgut bekannt und wechselt in wohl getonte und bekannte Arien. Gespiegelt sind Tamino mit Papageno und Pamina mit Papagena. Sie teilen ihr Schicksal, weil sie jeweils ein Ganzes sind. Tamino die vernunftbetonte Seite, Papageno die leichte, spielerische und emotionale Seite eines Mannes, der auf der Suche nach seiner Angebeteten ist. Um sie zu bekommen, sind Ängste, Gefahren und Traum zu überwinden, letztendlich muss Tamino sich selbst überwinden, insbesondere seine andere Seite, weil - ich zweifle, ob du ein Mensch bist. Nur schweigend darf er die letzen Hürden zu seiner Angebeten nehmen. Sein Sprechen wäre beider Schicksal, Orpheus gleich. Letztendlich muss die reife Liebe gewinnen über Pamina, die jung, liebend und frei, sich frei ihrer Liebe hingeben möchte. In der gemeinsamen Liebe erwacht Tamino der Ohnmacht und kann dem Spiel entweichen, um eine Zukunft als Paar zu gestalten. Nur Sterben macht der Lieb ein End wird konstatiert und mit Blaise Pascal wissen wir: das Leben ist nur ein um ein Weniges weniger unbeständiger Traum.Wer Isis und Osiris gegeben, wird der Götter Freuden früher fühlen als wir, Tamino wird zum Verteidiger der Wahrheit bestimmt, seine Weisheit soll lehren, was Pflicht der Menschheit sei, lehre sie die Macht der Götter erkennen. Es folgt für das Paar die Arie mit Chor, so wie der griechische Chor die Aussagen wiederholend zur Bedeutung hebt: Stärkt mit Geduld sie in Gefahr. Im Zuge der Romantik finden wir mit Grillparzer und Hoffmann zwei weitere Virtuosen im Realität-Traum-Gemenge. Zeitlosigkeit und Zeitbezug sind die Merkmale eines Textes und einer Oper, die Zusammen ein Werk ergeben, von Zweien gemacht und geworden zu einem.Die Welt und ihr Ziel der Menschlichkeit wird in den heiligen Hallen und Mauern festgeschrieben: Liebe führt zur Pflicht, wo der Mensch den Menschen liebt und wen diese Lehre nicht erfreut, Verdienet nicht, ein Mensch zu sein. Sind die Aufgaben bezwungen, sind die Kämpfe mit Hilfe der Zauberflöte gekämpft und gewonnen, ist die Nacht zu Ende. Der Tag, welcher der Nacht folgt, ist mir durch uralte Gewohnheit geheiligt (Isis in: Apuleius, 303), Denn die Sonne geht auf zur neuen Schöpfung des Tages, die Siegreichen werden zu Geweihten, Schönheit und Weisheit nach platonischem Vorbild krönen als Lohn die Mühe.~~

Neuauflage !! - Die rororo Opernbücher sind eine Fundquelle für das Verständnis eines Werks.Das wissende Hören ist ein noch beglückenderes. Je mehr ich von einem Werk verstehe, desto mehr steigt meine Achtung vor Komponisten und der Komposition. Holland und Csampai stellen wichtige Literatur zusammen.Gerade bei der Zauberflöte, die uns so rätselhaft erscheint, ist dies äusserst hilfreich.Die historischen Hintergründe, soweit sie aufklär sind werden beleuchtet.Die Wirkungsgeschichte des meistgespielten Werks auf der Opernbühne wird dargestellt.Die verschiedenen geistesgeschichtliche Kontexte der Komposition werden erhellt.Alle Beiträge sachkundig zusammengetragen, dazu ein umfachreiche Einführung des Kenners Csampai.Gleicher macht sehr kritische Anmerkungenzur Diskographie. Vor seinen strengen Ohren finden Aufnahmen keine Gnade, die zu den Referenzaufnahmen dieser Oper zählen, wie derjenigen von Böhm 1965 mit Wunderlich. Csampia präferiert, und selbst da nur mit Vorbehalten, die Version von Toscanini aus dem Jahre 1937.Über Geschmäcker ist nicht zu streiten. Csampai begründet seine Ablehnung gegenüber einem morbiden Schönklang und man wäre gespannt zu erfahren, wie er 2008 diese Diskographie schreiben würde. Seit 1981 sind noch einige Aufnahmen erschienen, die nicht dem morbiden Schönklang huldigen.Das wäre ohne das Hauptanliegen. Eine Neu-Auflage dieser Reihe wäre für alle Liebhaber der Oper ein unschätzbarer Gewinn. Vielleicht könnte man sich dazu entschliessen, das Libretto, das unendlich vielen CDs beiliegt und heute über Internet leicht zugänglich ist, weg zu lassen und dafür weitere sehr spannende Beiträge zum ewigen Thema Zauberflöte einzubringen.

super buch - Ich selbst habe dieses buch und den damit verbundenen opernbesuch zu weihnachten bekommen. Da ich schon einen Opernbesuch hinter mir hatte, der mir nicht gefallen hat (Don Giovanni) da ich die Texte nicht verstand, habe ich das buch (zumindest den ersten aufzug) bereits im vorraus gelesen.Ich kann nur sagen, dass es mir sehr geholfen hat. Im ersten Abschnitt des Buches ist der genaue Text der Oper zu finden mit sehr genauen Hinweisen Pahlens zur Musik. Dann folgt eine kurze Zusammenfassung der Handlung bzw. der einzelnen Szenen gefolgt von der Geschichte des Stückes und einer kurzen Biographie über Mozart.hier ein paar plus und minus punkte zur orientierung:+Opern-Text klar verfolgbar (gute Gliederung)+klar verständliche Zusammenfassung+schöne Illustration+viele Informationen über das Stück+für Musiker sicherliche interessante Hinweise zur Musik-für Nicht-Musiker zu komplizierte Fachausdrücke-manchmal zu gehobene SpracheInsgesamt würde ich dieses Buch weiter empfehlen, da es mir sehr gut weiter geholfen hat und viele interessante Informationen mit sich bringt.

Lieblingsbuch - Nach dem Besuch der Oper wurde dies das absolute Lieblingsbuch unserer dreijährigen Tochter. Zwar ist die Sprache sehr gewählt und der Text eher lang für dieses Alter, aber die Bilder, die Faszination der Geschichte und natürlich der aufregende Opernbesuch bewirkten, dass sie es tagtäglich vorgelesen haben wollte.




Die Zauberflöte