
Die neue Auflage kann man sich sparen ... - Die vorliegende Auflage ist m.E. ein (schlechter) Witz:Sie ist v.a. im Belcanto-Bereich (Donizetti,Bellini) wesentlich gekürzt zur Vorauflage. Ich selbst habe meine ersten Aufnahmen mit Hilfe des Harenberg Opernführers gekauft. In der Zwischenzeit habe ich viele andere Opernführer kennengelernt, aber meine Kaufentscheidungen habe ich bisher immer auf den Harenberg gestützt. Das ist nun vorbei. Bislang (vorherige Auflage) zeichnete sich die Fachzeitschrift OPERNWELT für die Empfelungen veranwtortlich und gab mit der Kategorisierung H (historisch bezogen auf Klangqualität), K (künstlerisch wertvoll), D (für DDD-Aufnahmen) und R für (Referrenz-Aufnahmen d.h. absolut maßgebliche Einspielung) einen sehr guten Überblick. Das hat man sich gespart ... . Dieser Opernführer ist vergleicht man ihn mit der Vorauflage keinesfalls sein Geld wert. Ich empfehle daher dringend die Vorauflage zu kaufen. Man verpasst auch nichts, da guten Aufnahmen empfehlenswert bleiben und sich auch in den letzten Jahren wenig getan hat.
dickes Buch - wenig drin - Dieser dicke, schwere und teure Operführer enttäuscht bei genauerem Hinsehen. Doch zuerst das Positive: 1. Die hohen Zahl von 500 Opern lässt uns auch weniger bekannte Opern großer Komponisten (z. B. das Frühwerk Die Feen von R. Wagner)und viele kleinere Komponisten finden. 2. Das Buch ist sehr übersichtlich und klar gestaltet. 3. Die Handlung jeder Oper wird ausführlich und klar nacherzählt.Die Liste der negativen Punkte ist leider länger: 1. Die hohe Zahl von Opern führt dazu, dass die einzelne nicht viel Raum hat. 2. Viel Platz wird zusätzlich durch großformatige Fotos verschwendet. Diese Fotos sagen nichts über die Werke selber aus, sondern geben entweder Interpretationen wieder oder sind nichtssagend. 3. Recht ausführlich wird aufgelistet, wer wo und wann die Opern aufgeführt hat (ist das so wichtig?) 4. Fotos, Handlung und Wirkungsgeschichte nehmen so viel Raum ein, dass das Eigentliche meist in wenigen dürren Zeilen abgehandelt wird: WAS IST DAS BESONDERE, DAS NEUARTIGE, DAS UNGEWÖHNLICHE DIESER OPER? WIE STEHEN TEXT UND MUSIK ZUEINANDER? AN WELCHEN VORGÄNGERN ORIENTIERT SICH DAS WERK UND WELCHEN EINFLUSS HAT ES AUF NACHFOLGENDES GEHABT? WAS IST DAS FÜR MUSIK, DIE DORT ZU HÖREN IST? 5. Die dazugehörigen CDs beschränken sich auf ein oder zwei Nummern aus dem jeweiligen Werk. Bringt das etwas?Fazit: Wem eine oberflächliche Beschäftigung mit Opern ausreicht, wird mit diesem nahezu vollständigen Bilderbuch zufrieden sein, wer dagegen etwas tiefer schürfen will, wird enttäuscht. Leider ist es fraglich, ob es zur Zeit auf dem Markt etwas besseres gibt!
Ein Muss für Opernfans - Der Opernführer ist schon einzeln betrachtet ein einzigartiger Wegweiser durch die Welt der Opern, zusammen mit der dazugehörigen 12er CD-Edition führt er der Leser nicht nur literarisch sondern auch akkustisch zielsicher zu den bedeutensten Opernaufführungen rund um den Globus. Was man im Buch an Wissenswertem über die Meisterwerke der Musik nachlesen kann, wird sogleich musikalisch untermalt. Aber auch wer auf die nicht ganz günstige Anschaffung der CD-Edition verzichten möchte, kann mit dem Griff zum Harenberg Opernführer sicher sein, für dieses Genre die beste Wahl getroffen zu haben.
Gelungenes Nachschlagewerk für Opernfans - Wer Freude an der Oper hat und noch kein umfassendes Nachschlagewerk, in dem er sich über die Opernwerke näher informieren kann, sein Eigen nennt, ist mit diesem, meiner Meinung nach gelungenen Werk bestens bedient. Vor allem neue Fans der Oper, die gerade so richtig den gefallen an dieser Musik gefunden haben werden hier sicher fündig bei Fragen wie: Was für Werke hat denn der Komponist noch geschrieben, oder in welcher zeitlichen Folge stehen denn bestimmte Opern. Nicht zu viel Schnick-Schnick, man wird bei einem Thema nicht total erschlagen und erfährt das Wesentliche. Wobei meiner Meinung nach die Opern sehr gut und sehr umfassend beschrieben werden. Man freut sich beim Lesen schon auf die nächste Oper.